„Wer KEIN Leben hat, hält sich an seine Rechte. Wer Leben hat, hält sich an seine Pflichten.“ Lao-Tse. An diesen Satz muss ich immer wieder denken, wenn es mal wieder um die Frauenrechte geht. Es ist wie beim Fischer und seiner Frau Ilsebill: Der GG- Artikel 3 über die GleichbeRECHTigung von Mann und Frau reicht ihnen nicht mehr, jetzt müssen Quote, (keine Frage?!) und GleichSTELLUNG her!
Mehr noch nervt mich dieser Gedanke aber, wenn ich an die vielen Männer- und Väterrechte- Initiativen denke.
Keine Frage, um die Rechte von Scheidungsvätern ist es lausig bestellt, wenn Mann sich diesen Aufsatz von Prof. Wiesener durchliest. Ich möchte nach der Lektüre nicht mehr heiraten, geschweige denn Kinder in die Welt setzen!
Andererseits.
Wie kann es denn nur immer wieder dazu kommen?
„Dem Zeitgeist geschuldet“ verkommen viele Männer zu Luschen, zu „partnerschaftlichen“ Weicheiern, die die männlichen Positionen nicht nur nicht kennen, also auch nicht einnehmen, sondern sie auch nicht mehr wahrnehmen. Sie können es nicht, sie wollen es auch nicht. Von den, von ihren Frauen, von den Medien, den gescheiterten Familienvätern, mehr aber noch durch sich selbst, werden diese Männer kastriert. Das ist kein großer Schnitt, er vollzieht sich ganz langsam: in ganz dünnen Scheibchen, in Salamitaktik, werden die Eier diesen Männern abgesäbelt. Und sie tragen ihren Teil dazu bei, indem sie politisch korrekt dem Zeitgeist hinterher hecheln, machen sich selbst zu „Lila Pudeln“.
Das erstaunliche: nicht nur die Männer sind damit (oft uneingestanden) unglücklich, auch die Frauen verzweifeln leise an diesen Nicht-Männern.
Es ist nicht nur die geheuchelte Harmonie, die für Aussenstehende so durchschaubar ist, es ist auch der mangelnde Sex, der auf Dauer beide Partner unglücklich werden läßt. (Sehr schön beschrieben hier) Sitzpinkler werden für Stehpisser verlassen. Alle.

Peter Sloterdijk hat die dem zugrundeliegende Haltung mal etwas intelligenter hier beschrieben. Es ist der Unterschied im Selbstbild, (das ist gerade NICHT die sogenannte Rolle!) zwischen dem kindlich- bedürftigen „eros“ und dem reifen, erwachsenen, aus der eigene Fülle schöpfenden und somit zum Geben fähige „thymos“.
Eros? Wie zwiespältig ist somit eine „erotische“ so dermassen bedürftige Gesellschaft? Zur infantilen Gesellschaft gehört zweitens ein Selbstverständnis von tiefem Mangel, dem nur durch verstärkte Durchsetzung der eigenen Rechte (DA sind sie wieder!) abgeholfen werden kann.
Schade: Weil sich Mann und Frau ihrer wahren Größe, ihres inneren Reichtums, ihrer Fähigkeit, zu GEBEN, ihrer Erwachsenheit nicht mehr bewusst sind, weil sie sich in einer infantilen Mangelsituation wähnen, hat sich zwischen Frauen und Männern ein Wettkampf um den größten „Opferpokal“ ergeben: Wir haben lange genug für die Rechte der Frauen gekämpft- jetzt geht es mal um UNSERE Rechte als Männer!

Ahem. Und was ist vorab mit den Pflichten?

So lange so viele Männer sich um ihre Pflichten als Männer, besonders als Väter, drücken, haben Frauen ein Pfand, eine menschliche Geisel, nämlich das Kind in der Hand, die uns gegenüber der gesamten Gesellschaft zu Schuldigen, zu Versagern macht.
Wer das eigene Kind in seinen Pflichten vernachlässigt hat – und nein, es geht nicht um die um den Umgang entrechteten Väter, es geht um das, was auf dem Weg dahin geschehen ist- der hat gegenüber der Gesellschaft die A..karte. Immer.

Was sind denn Männerpflichten?
Pflichten? Es geht hier um nicht weniger als die ganz banale TATSACHE, DASS MANN NICHTS ANDERES UND GENAU DAS ERNTET UND IMMER ERNTEN WIRD, ALS DAS, WAS MANN GESÄT HAT.
Ich habe etwas zu geben – als Mann! Eine ganze Menge:
* Ja, es geht nicht auch, sondern zuvorderst um Sexualität!
* Und, das ist das Ass, das wir Männer in der Hand halten, es geht um Aufmerksamkeit. Die Fähigkeit zuzuhören. Die Frau als Frau anzunehmen, MIT ihren Launen, MIT ihren Bedürfnissen. Mit Ihren Ängsten.
* Es geht um die Führungskraft als Mann, sie aus der kindlich- bedürftigen Haltung des „Ich will MEHR…! (Schuhe, Auto, Haus, shoppen, Luxus, Repräsentation…, wie bei „Ilsebill, dem Fischer und seiner Frau“) heraus zu führen in die weiblich- erwachsene, in die Fülle ihrer Weiblichkeit. Dem masslosen Anspruch des „Mehr…!“
* männliche Werte, Perspektiven und Ziele entgegen zu setzen, zum Beispiel die „Kunst des Aufhörens“.
* Die Fähigkeit, offen zu sein für die Fülle ihrer Gefühle und dann Grenzen zu setzen, Halt zu geben
* mit unserer männlichen Präsenz, Souveränität,
* mit Humor, Geduld und, ja, mit männlicher Sexualität: schmutzig, fordernd, fröhlich, entschlossen.

Erst dann, wenn wir auf all diesen Gebieten lange und gründlich genug versagt haben, nehmen Frauen sich das, was ihnen per Gesetz zusteht:
* Geld.
Und dann, dann haben wir Männer wirklich „kein Leben“ mehr.
Weil wir unsere eigenen Werte und damit unsere Pflichten vernachlässigt, missachtet haben.
Also, Männer, weiter um die Rechte winseln, (die SIE uns eh nie geben werden!) oder was wollen, besser: was MÜSSEN wir tun?

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